Wiederaufbau

Meine Bandit stand ja nun lange genug in der Werkstatt, ohne dass auch nur ein Handschlag daran getan wurde. Gründe dafür waren Zeit, Geld und leider auch ein gewisses Maß an Bequemlichkeit. Nun hat sie aber nach über 2,5 Jahren doch endlich wieder den Weg in die heimische Garage gefunden.

Es ist kaum vorstellbar, was sich mir für ein trauriges Bild geboten hat: eine daumendicke braune Staub- und Schmodderschicht dort, wo einen einst freundliches schwarz anstrahlte… Von einer mindestens gleich dicken Rostschicht befallene Bremsscheiben und ein Netz aus Spinnweben, die selbst ausgewachsene Elstern einfangen und direkt bewegungsunfähig machen könnten. Alles in allem ein schrecklicher Anblick, selbst für Putzschlampen wie mich… Mein schlechtes Gewissen war perfekt!

Erste Tat: Wiedergutmachung leisten und die Maschine ordentlich putzen! Und um sich selber für die letzten 2,5 Jahre zu bestrafen, hab ich sie natürlich nicht in der Garage (oder davor) geputzt, sondern vor der Haustür… dafür musste ich die 215kg schwere Maschine mit halb-platten Reifen und festgerosteten Bremsen aber erstmal einen steilen Berg hinaufschieben… Dieser Akt glich dem Festziehen eines Bußgürtels.

Fürs Putzen selber habe ich mir dann aber extra viel Zeit genommen und wurde dann mit dem vermissten freundlichen Schwarz belohnt! Der Weg zurück zur Garage war nicht sonderlich schwer (ich habe alleine schon das Bergab Rollen genossen) – aber auch nicht sonderlich gut fürs Ego… denn nicht nur die Maschine habe ich in den letzten Jahren verkommen lassen, sondern auch meinen Körper! Wo ich früher nicht Luft hatte, sitze ich heute spack im Heck.  Danke für den Denkanstoß!

Wieder zurück in der Garage bin ich ein paar Runden um das Motorrad gegangen und hab mal geschaut, was mich in der nächsten Zeit so erwarten wird. Daß ich sie wieder flott machen werde steht nicht zur Debatte… auch daß sie nicht zur nächsten Saison wieder einsatzbereit sein wird war mir klar. Aber es kommt tatsächlich einiges an Arbeit auf mich zu… und Geld wird es auch kosten. Was solls! die Bandit ist ja nun nicht mehr (wie früher) mein einziges Fortbewegungsmittel und ich kann gut & gerne eine Dauerbaustelle aus ihr machen. Ich finde, jeder Mann braucht so etwas!

Welche Arbeiten wird der Wiederaufbau denn umfassen?

  • Satz neuer Reifen
  • Satz neue Bremsscheiben & -beläge
  • neuer Tacho
  • neue Spiegel
  • neues Kettenkit
  • ggfs. neue Gabel
  • Motorblock endlich mal abdichten (oder ggfs gegen 1100er Triebwerk ersetzen)
  • Krümmer sandstrahlen oder ggfs. neu
  • Tank vermutlich entrosten
  • neue Armaturen & Griffe
  • diverse neue Leitungen / Schläuche / Züge
  • Vergaser syncronisieren / Ventile einstellen
  • passende CDI
  • Kabelbaum neu stricken
  • diverse Gewinde / Halterungen etc. neu
  • Lackarbeiten (blinde Stellen / Kratzer beseitigen)

Die Liste ist noch nicht am Ende… das ist nur alll das, was mir aus dem Kopf so einfällt. Werde morgen mal genauer hinsehen und die Liste aktualisieren. Jetzt könnte man sagen. „Mensch kauf dir doch einfach ne neue Maschine“… Nein! Ich will und werde die Bandit weder in diesem noch im nächsten Leben verkaufen / verschrotten! Meine Argumente? Is halt so!

Den ersten Schritt habe ich auch schon getan: Auspuff, Heck und Tank liegen schon im Regal (hat mich auch nur 2 abgebrochene Schlüssel gekostet) – heute war ich erstmal im Baumarkt und hab mich mal über ordentliche Werkzeugkästen informiert 😉

Alle weiteren (nennenswerten) Fortschritte werde ich hier dokumentieren.

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