Auto fängt halt mit „Au“ an…

Ein Stück mit mehreren Akten:

Erster Akt „Das Problem“: Ich hab einen neuen Job. Ja genau, ich nenne das ein Problem. Neuer Arbeitsort 50 km entfernt und ich besitze „nur“ 2 Motorräder. Aber 4 Reifen machen halt noch kein Auto – und bei unserem Wetter wäre ein Dach über dem Kopf schon ne klasse Sache. Eins war jedoch klar: es wird wieder ein Golf 2.

Zweiter Akt „Zeit ist Geld – ergo: Zeitmangel kostet Geld“: Für Autosuche, Kauf und Anmeldung blieb mir genau eine Woche… Nicht wirklich viel Zeit, wenn es was anständiges werden soll. Und was anständiges ist bei Baujahr 1987 – 1991 nicht mehr oft zu finden. Angebote kamen, Angebote gingen, ein paar Mal war ich zu langsam und -ZACK- auf einmal war Freitag. T minus 3 Tage bis Arbeitsbeginn und nur noch ein potentieller Golf auf der Liste:

Baujahr 1991, 90PS Automatik (für faule Schweine wie mich), tief, breit, laut und definitiv ein hoher Wiedererkennungswert: Cremefarben, Holzoptik an den Seiten, amerikanische Seitenmarkierungsleuchten, Dachgepäckträger aus Holz, oller Lederkoffer und Suchscheinwerfer aufm Dach.

Soooo gut stand er zwar nicht mehr da, aber ich konnte mich trotzdem mit ihm identifizieren: erster Lack blättert schon ab, einige Roststellen, laut, stinkt…. Also quasi ich als Auto! Und so isser’s auch geworden. Zwar etwas teurer, als ich auszugeben bereit war, aber (Zeit-) Not macht spendabel.

Dritter Akt „Das übliche Glück“: Natürlich wäre es zu einfach gewesen, wenn mal alles glatt gegangen wäre. Nach ganzen 10 Tagen machte der Motor komische Geräusche und ein Freund riet mir, die Kiste stehen zu lassen, bis er mal drübergeschaut hat. Seine Diagnose: Kurbelwelle platt. Okay. Nur musste ich ja irgendwie auf Arbeit kommen. Da meine Freundin sich glücklicherweise nen Seat Ibiza gekauft hat, konnte ich Ihren Golf IV übernehmen. Geplant war es nur übergangsweise, aber es kam natürlich wieder anders. Als ich die Autos an- und umgemeldet hab, hab ich den Retrogolf in die Garage stellen müssen… 300m wären es gewesen… 250m hat er geschafft, dann gabs nen lauten Knall, eine Flut Kühlwasser entlud sich unters Auto und Motorteile flogen durch die Gegend. Was war passiert? Der Kolben ist durch den Motorblock geschossen und hat die Wasserpumpe zerschossen.

Vierter Akt „Das Tüpfelchen auf dem I“: Eigentlich war ich guter Dinge und wollte die Karre wieder flott machen. Mein Plan lautete „neuen Motor für kleines Geld kaufen und mal eben reinsetzen“. Das Vorhaben startete auch gut… Motor schnell gefunden, für kleines Geld mitgenommen und direkt in die Werkstatt des eben angesprochenen Freundes gebracht. Er schaute flüchtig auf den Motor und zog direkt ne Fresse…. „Du weißt schon, daß das ne 1,3l Maschine ist, oder?“ Und zack! war die Motivation weg. Zuviel hin & her, nur Stress und wenn mal was zu klappen scheint, gibbet postwendend einen Rückschlag. Nee, so nicht!

Fünfter Akt „Resignation“: So leid es mir um den Retro tat und so schön ich ihn auch immernoch finde, aber ich kann mir nicht noch eine Baustelle leisten – daher weg mit der Karre! Ich hab zwar ordentlich Miese gemacht, aber da muss ich jetzt durch… Fahr ich halt den Golf IV weiter 😦

Hier ein paar Bilder:

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